Aus dem Kirchenkreis
 
Alles wandelt sich
Neues Verwaltungsamt

Große Veränderungen standen auf der Tagesordnung der Duisburger Kreissynode: Nachdem vor acht Jahren die beiden Gemeindeämter Arlberger Straße und Kuhlenwall zusammengelegt worden sind, beschloss die Synode jetzt nach langwierigen Vorarbeiten eine noch größere Fusion. Aus drei Ämtern wird eins. Die beiden Gemeindeämter der früheren Kirchenkreise Duisburg Nord und Süd und das Kirchenkreisbüro werden das "Verwaltungsamt im Ev. Kirchenkreis Duisburg". Ab dem 2. Januar nimmt das neue Amt seinen Dienst auf. Sitz der Verwaltung ist weiterhin das Haus Am Burgacker 14-16, das in den vergangenen Jahren mit umfangreichen Renovierungen für die neuen Aufgaben hergerichtet worden ist.
Geschäftsführer wird der bisherige Leiter des Kirchenkreisbüros, Ulrich Eichhorn. Zur Leitung des neuen Amtes hat die Synode einen Fachausschuss gebildet, dem acht Vertreter aus den Gemeinden und fünf aus dem Kreissynodalvorstand angehören. Die übrigen sieben Gemeinden gehören als stellvertretende Mitglieder dem Leitungsgremium an. Die beiden Gemeinden Wanheimerort und Wanheim haben verabredet, sich gegenseitig in dem Leitungsgremium zu vertreten.
Welche Veränderungen sich für die Gemeinden durch die Zusammenlegung der Ämter ergeben werden, wird sich zeigen. Bisher trifft sich alle zwei Wochen der Vorstand des Presbyteriums, Vorsitzender, stellvertretender Vorsitzender und Kirchmeister, mit der Gemeindesachbearbeiterin im Verwaltungsgebäude Am Burgacker. Dort bereiten sie Presbyteriumssitzungen vor, führen Beschlüsse des Presbyteriums aus, unterzeichnen Belege, sichten die eingegangene Post und besprechen, was in der Gemeinde anliegt. Dies soll nach dem Wunsch der Gemeinden, die bisher von dem Gemeindeamt Duisburg-Süd verwaltet wurden, auch so bleiben. Welche Sachbearbeiterin in Zukunft für welche Gemeinde zuständig ist, wird das neue Leitungsgremium zusammen mit der Geschäftsführung zu klären haben.

Aufteilung in Regionen

Eine andere weitreichende Entscheidung hat die Synode getroffen. Sie hat die Gemeinden angewiesen, untereinander Netzwerke zu bilden und sich zu Regionen zusammen zu schließen. Die Synode will sich im November 2013 über die bis dahin erfolgten Schritte unterrichten lassen.
Das Wanheimer Presbyterium hat bereits erste Schritte in Richtung einer Kooperation mit der Gemeinde Wanheimerort unternommen. Bei einem Treffen von Abordnungen beider Presbyterien zeigten sich alle sehr interessiert daran, die Zusammenarbeit zu verstärken. Verschiedene Bereiche bieten sich dafür an: Kirchenmusik, Jugendarbeit, gegenseitige Einladungen zu besonderen Angeboten, gemeinsame Aktionen zum Beispiel in dem Neubaugebiet Kasernengelände. Seit einigen Jahren stimmen beide Gemeinden ihre Gottesdienstzeiten in den Ferien aufeinander ab, so dass ein Pfarrer oder eine Pfarrerin hintereinander die Gottesdienste in beiden Gemeinden leiten kann. Aus dem Grund beginnt der Gottesdienst in den Sommerferien um 9.30 Uhr, in den Herbst- und Weihnachtsferien gelegentlich um 11 Uhr.
Mit den Gemeinden im Duisburger Süden ist Wanheim in vielfältiger Weise vernetzt. Es gibt gemeinsame Gottesdienste am Himmelfahrtstag, am Reformationstag und am Buß- und Bettag. Im Winter und im Sommer finden die Konfi-Fußballturniere statt. Dreimal im Jahr treffen sich Pfarrer und Pfarrerinnen, um den Predigtplan gemeinsam abzusprechen. Regelmäßige Treffen gibt es auch mit den Pastoren und Gemeindereferentinnen und Referenten der katholischen Gemeinden. Gemeinsame Aktionen wie Schulmaterialkammer und Bildungspatenschaften sind bei diesen Treffen verabredet worden.
Die Synode will, dass Gemeinde in Zukunft auch verbindliche Absprachen über die Personal- und Gebäudeplanung treffen. Dem Wanheimer Presbyterium ist wichtig, dass die Gemeinde bei allen Veränderungen ihre Identität behält. Auch vielen Gemeindegliedern liegt daran zu wissen, wo sie hingehören.

 
Arbeit gehört zum Menschen

"Ich will arbeiten" ist eine Kampagne der Diakonie im Evangelischen Kirchenkreis Duisburg - von der Passionszeit 2011 bis zur Passionszeit 2012. Anstoß für die Kampagne ist die hohe Zahl der Menschen, denen in Duisburg keine Chance gegeben wird, sich mit Arbeit ihren Un-terhalt zu verdienen.
In Duisburg gibt es über 33.000 registrierte Arbeitslose. 14.000 davon sind Langezeitarbeits-lose. Auf eine freie Stelle kommen in Duisburg fünfzehn erwerbslose Bürgerinnen und Bür-ger. Menschen, die keine richtige Arbeit finden, bekommen nicht mal mehr ein Beschäfti-gungsangebot. Etwa 25.000 Arbeitslose sind mit "Vermittlungshemmnissen" beim Jobcenter registriert. Für sie werden Jahr für Jahr weniger Mittel bereit gestellt. Zu viele junge Men-schen werden in Duisburg schon in der Schule aussortiert, zu wenige junge Menschen werden ausgebildet.
Die Diakonie der Evangelischen Kirche mischt sich ein
… weil sie seit Jahrzehnten Menschen ohne Arbeit ausbildet, beschäftigt, berät und fördert,
… weil die überwältigende Masse der erwerbslosen Menschen arbeiten will und arbeiten kann,
… weil sich die Verantwortlichen in Duisburg aus der Aufgabe, den örtlichen Arbeitsmarkt aktiv zu gestalten, verabschiedet haben,
… weil die Arbeit zum Menschen gehört wie zum Vogel das Fliegen. (Martin Luther).
Die Diakonie fordert gesellschaftliche Teilhabe durch einen öffentlich geförderten Zweiter Arbeitsmarkt.
Evangelische Kirche in Duisburg und Diakonie treten gemeinsam für eine Arbeitsmarktpolitik ein, die allen die Möglichkeit zu bezahlter Arbeit gibt: Ziel der Arbeitsmarktpolitik muss es sein, arbeitslose Menschen in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln. Wo das nicht möglich ist, muss es einen öffentlich geförderten Zweiten Arbeitsmarkt geben, der den schwer Ver-mittelbaren die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben durch Arbeit ermöglicht.
Dieser öffentlich geförderte Zweite Arbeitsmarkt mit möglichst vielen sozialversicherungs-pflichtigen Beschäftigungsverhältnissen soll mithelfen, das Armutsrisiko zu verringern. Die am Arbeitsmarkt benachteiligten Menschen sollen aus der staatlichen Bezuschussung geholt werden.
Um diese Ziele zu erreichen, bringt die Diakonie die Idee eines "passiv-aktiv-Transfers" in die öffentliche Diskussion. Den Menschen, die bisher passive Empfänger von staatlichen Leistungen sind, soll ermöglicht werden, selbst aktiv ihren Lebensunterhalt zu erarbeiten. Dazu sollen alle Zuschussleistungen gebündelt werden zu einer Summe, mit der eine öffent-lich geförderte Arbeit bezahlt wird.
Die Duisburger Kampagne "Ich will arbeiten" setzt sich für die Verwirklichung dieser Ziele ein.