Das Wort zum Alltag
 
Im Kleinen zeigt Gott seine Macht
Es ist ein Wunder. Das sagen Eltern sehr oft, wenn sie an die Geburt ihres Kindes denken. Auf einmal ist das kleine Menschlein da, es regt sich und tut seine ersten Atemzug. Zart und zerbrechlich kommt es einem vor, wenn man es in den Arm nimmt, aber es hat schon Kraft. Das merkt man, wenn der erste Schrei aus seinem Mund kommt. Ein Psalm in der Bibel preist Gott dafür, dass er kleinen Kindern große Kraft gibt:
"Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen. Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge hast du eine Macht zugerichtet". (Psalm 8,2-3)
Gott ist noch einen Schritt weiter gegangen. Er hat sich selbst in einem neugeborenen Kind gezeigt. Viele Weihnachtslieder besingen dieses Wunder:
"Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein, er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein."
So offenbart sich Gott ganz klein, verletzlich und auf den Schutz der Menschen angewiesen. Zugleich geht von dem Kind in der Krippe eine große Kraft aus. Mit der Geburt seines Sohnes im Stall von Bethlehem zeigt Gott, dass er mit uns Menschen etwas
zu tun haben will. Als erwachsener Mann hat der Gottessohn sich mit Vorliebe den Menschen zugewandt, die Gottes Trost und Kraft ganz besonders brauchen. Seine liebevolle Zuwendung hat Kräfte in ihnen geweckt, die lange verschüttet waren.
Auch so geschehen Wunder, dass ein Mensch ungeahnte Kräfte in sich entdeckt, dass einer aus einem tiefen dunklen Tal herauskommt und plötzlich wieder Freude am Leben hat, und jemand, der mit einem nahen Mitmenschen zerstritten war, die Kraft zur Versöhnung findet.
All diese Erfahrungen finden sich wieder in dem Satz: "Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig." Dies ist die Losung für das neue Jahr.
Ich wünsche Ihnen, liebe Gemeindeglieder, ein gesegnetes neues Jahr und dass Sie, wenn es Ihnen einmal nicht gut geht, die Kraft in sich spüren, von der die Jahreslosung spricht.
Ihr Pfarrer Friedrich Brand