Gedenken
 
Johanna Stadler
Helmut Lierhaus
Horst Ziemer
Reinhild Dahmen
Theo Ringel
Ernst Dohmen
Heinrich Hildebrand
Tilla Kaufmann

 

 
Johanna Stadler

 

"Du warst so Vieles", so stand es auf der Todesanzeige:
"Eine liebende und sorgende Ehefrau, Mama und Oma.
Und auch Karnevalspräsidentin, Umweltaktivistin und Seelentrösterin für Viele.
Wir vermissen dich sehr."
Am 8. Januar ist Johanna Stadler gestorben. Ihren 83. Geburtstag hat sie noch zu Hause feiern können. An diesem Tag war sie richtig guter Dinge und voller Hoffnung, dass sie nun eine Weile ohne Krankenhaus auskommen könnte. Die Freude am Leben und die Liebe ihrem Mann, der sie dringend brauchte, hielt sie aufrecht.
Seit ihre beiden Kinder aus dem Haus waren, engagierte sie sich in der Gemeinde. Die Seite der Dahlienstraße mit den geraden Hausnummern war ihr Bezirk. Dort besuchte sie die Alten an ihren Geburtstagen, ging im Advent sammeln für die Diakonie und trug den Gemeindegruß aus. Als Pfarrer Okko Herlyn 1991 einen Altentreff neu belebte, suchte er dafür Mitarbeite-rinnen. Johanna Stadler gehört seit der ersten Stunde zum Team, das Mittwoch für Mittwoch Kuchen backt, Kaffee kocht, für die Bewirtung sorgt und sich ein buntes Programm für die älteren Herrschaften überlegt. Da diese nicht ständig an ihr Alter erinnert werden möchten, bekam der Kreis den Namen "Mittwochstreff".
Nach dem Ausscheiden von Pfarrer Herlyn übernahm Johanna Stadler die Leitung und füllte dieses Amt auch mit achtzig Jahren noch voller Freude und Engagement aus. Ob als Karne-valspräsidentin oder Mitglied der Knevelshof-Tanzgarde, sie macht stets eine gute Figur. Em-sig war sie auch darum bemüht, Kontakte zu pflegen. Regelmäßig gehen bis heute Besuche hin und her zum Seniorentreff Neumühl oder zur Holtener Frauenhilfe.
Äußerst wachsam nahm sie auch wahr, was im Stadtteil und in der Stadt passierte. Seit der Gründung gehörte sie der Wanheimer Bürgerinitiative gegen radioaktive Verseuchung an, die gegen die Ansiedlung der GNS in Wanheim protestierte.
Nach ihrem 80. Geburtstag musste sie sich aus gesundheitlichen Gründen mehr und mehr aus der aktiven Gemeindearbeit zurückziehen. In der Wanheimer Kirche, die sie zusammen mit ihrem Mann über den Freundeskreis lange Jahre unterstützt hat, fand die Trauerfeier für sie statt. Christa Stadler, die Tochter der Verstorbenen, sprach darin dieses Gedicht von Marie-Luise Kaschnitz:

Glauben Sie, fragte man mich,
an ein Leben nach dem Tode?
Und ich antwortete: Ja.
Aber dann wusste ich keine Auskunft zu geben,
wie das aussehen sollte dort.
Ich wusste nur eins:
keine Hierarchie auf goldenen Stühlen sitzend,
kein Niedersturz verdammter Seelen.
Nur,
nur Liebe, freigewordene,
niemals aufgezehrte, mich überflutend.
Mehr also, fragen die Frager,
erwarten Sie nicht nach dem Tode?
Und ich antworte:
Weniger nicht.

 

 
Abschied von Helmut Lierhaus

Zu dem Bild: Helmut Lierhaus und Theo Ringel, zwei Männer, die sich verstehen

Am Montag, den 5. Juli, ist Helmut Lierhaus nach schwerer Krankheit gestorben. Er hat von 1962 die Orgel in der Wanheimer Kirche gespielt. 29 Jahre stand er als Organist im Dienst der Gemeinde, so lange wie vor ihm und nach ihm bisher keiner.
Im Gemeindegruß April/Mai 1991 dankt ihm Erika Pedak mit diesen Worten:
"´Das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte.` Dieses Wort aus Psalm 73 ist Herrn Lierhaus in seinem langen Leben wichtig geworden. Es hat ihn begleitet auch auf dem langen Weg in unserer Gemeinde. Er hat es musiziert und gesungen, und er hat es überzeugend getan. Er, der Mann, der 29 Jahre auf der Orgelbank gesessen hat. Wie viele Gottesdienste sind das? Wie viele Feste und Feiertage?
Er hat uns mit sicherer Hand durch die Liturgie geführt, war helfend da, wenn wir neue Lieder einsangen. Es machte uns Spaß, zu seinem Orgelspiel unsere geliebten Choräle zu singen. Und wie freute sich die Gemeinde an seinen abwechslungsreichen Vor- und Nachspielen. Viele waren ein wahrer Ohrenschmaus. Ihm sei von Herzen für seinen musikalischen Dienst gedankt. Er wird nun der Gemeinde auf seinem Platz auf der Orgelempore sehr fehlen."
Am Samstag, den 6. April 1991 wurde Helmut Lierhaus mit einem festlichen Gottesdienst verabschiedet. Er war auch nach der Pensionierung gern bereit, bei Beerdigungen und Trauungen zu spielen oder im Gottesdienst auszuhelfen. Sein Lebensschwerpunkt verlagerte sich mit der Zeit immer mehr in die schöne Gegend von Freiburg in der Nähe des Schwarzwaldes. Dort wohnt einer der beiden Söhne mit Frau und drei Kindern. Kurz nach seinem siebzigsten Geburtstag zogen er und seine Frau im Februar 2001 den Kindern und Enkeln nach. Hin und wieder kamen sie noch einmal nach Wanheim, so bei der Hundertjahr-Feier der Kirche im Jahr 2003, bei der auch das Foto unten entstanden ist.
Am Montag, den 19. Juli, hat die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung der Urne in Bahlingen stattgefunden.
Helmut Lierhaus hat nach wie vor in Wanheim viele Freunde, die um ihn trauern. Die Gemeinde wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

 
Horst Ziemer gestorben
 
Horst Ziemer (Links) im Wahlvorstand bei der Presbyteriumswahl 1996 mit Christel Sablotny, Gisela Topolski, Klaus Tepelmann und Horst Sablotny.
 
Am Sonntag, den 18. Mai, ist in den frühen Morgenstunden der ehemalige Presbyter der Gemeinde, Horst Ziemer, gestorben. 1992 wurde Horst Ziemer in das Leitungsgremium gewählt. Er trat damit in die Fußstapfen seiner Mutter, die dem Presbyterium als eine der ersten Frauen angehört hatte.
In die Amtszeit von Horst Ziemer fiel der Abschied von Okko Herlyn und die Wahl des Nachfolgers. Kurz nach der Presbyteriumswahl 1996 legte Horst Ziemer sein Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder.
Mit Begeisterung verfolgte er die Konfirmanden-Fußballturniere im Juni des letzten Jahres und Ende Januar dieses Jahres. Seine Enkeltochter Maren gehörte beide Male zur Siegermannschaft.
Ein unvergessenes Erlebnis blieb für ihn der eigene Erfolg im Handball. 1965 wurde die
Wanheimer CVJM-Mannschaft deutscher Eichenkreuzmeister und erhielt eine Einladung zu einem Freundschaftsspiel gegen die dänischen Meistermannschaften aus Jütland und Seeland. Horst Ziemer machte als Mitglied der Wanheimer Meistermannschaft die legendäre Reise nach Dänemark mit.
Ende März dieses Jahres wurde eine schwere Erkrankung bei ihm diagnostiziert, an deren Folgen er sechs Wochen später verstarb. Horst Ziemer wurde 73 Jahre alt.
 
Nachruf auf Reinhild Dahmen

Unter den Geburtstagskindern im August wäre auch Reinhild Dahmen gewesen. Am 31. hätte sie ihr 78. Lebensjahr vollendet. Doch sie ist am 2. Mai nach langer und mit großer Tapferkeit ertragener Krankheit gestorben.

Reinhild Dahmen hat zusammen mit ihrem Mann Kurt 23 Jahre den Küsterdienst in der Gemeinde versehen.
Sie war darüber hinaus viele Jahre ehrenamtlich in der Gemeinde aktiv als Mitglied der Frauenhilfe, beim Legen und Verteilen des Gemeindegrußes, als Mitglied im Besuchsdienstkreis und als Diakonie-Sammlerin.
Ihr Konfirmationsspruch war das Leitwort für die Trauerfeier: "Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat."
Vergessen werden auch die Gemeindemitglieder nicht, was sie Gutes für die Gemeinde getan hat. Unter großer Anteilnahme ist sie zu Grabe getragen worden.

 
Theo Ringel verstorben

Nach kurzer schwerer Krankheit verstarb am 5. September Theo Ringel. Er war einer der vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter, auf die eine Gemeinde nicht verzichten kann.
Nach der Pensionierung der Gemeindehelferin Erika Pedak im März 1993 nahm er sich in die Pflicht und kümmerte sich um den Ehepaarkreis, den Frau Pedak gemeinsam mit Pfarrer Wilfried Schlee zu Beginn der 70er Jahre ins Leben gerufen hatte. Der Kreis entwickelte sich zu einer festen Größe in der Gemeinde.
Bereits im Gemeindegruß für die Monate Juni/Juli 1993 war für Rückfragen die Telefonnummer von Theo Ringel angegeben. Er wollte als tatkräftiger Mitarbeiter gesehen werden. In den Folgejahren wurde aus dem "Kümmerer" ein verlässlicher Leiter des Kreises.
Nach der gemeinsamen Planung im Januar eines jeden Jahres sorgte er gemeinsam mit seiner Frau Dele für die Umsetzung des Programms. Er nahm Kontakte zu gewünschten Referenten auf und leistete die Vorarbeit für die Aktivitäten außerhalb der Gemeinde.
Besichtigungen, kulturelle Veranstaltungen und Ausflüge erforderten viele Telefonate und Terminabsprachen. Hinzu kamen Erinnerungen an die "Termin-Vergesslichen".
Unvergessen bleiben für alle aus dem Kreis die gemütlichen Abende, an denen er mit seiner Frau theaterreif für Heiterkeit sorgte. Die besinnlichen Stunden zur Adventszeit in dem unter Mithilfe von Ute Götsch geschmückten Domcafe´ rundeten das Jahresprogramm ab.
Wir denken gern an die dreizehn Jahre mit ihm zurück. Er wird in Gesprächen immer wieder unter uns sein.

Hans Rohrbach

 
Ernst Dohmen Vermisstenschicksal nach 59 Jahren geklärt

Ernst Dohmen, geboren am 9. September 1925 in Wanheim und Bruder von Heinz Dohmen und Trude Rohrbach, galt seit März 1945 als vermisst. Am 15. März 1945 schrieb er an die in Thüringen evakuierte Mutter und Schwester, dass er sich nun in einem Barackenlager im Raum Fürstenwalde (östlich von Berlin) befinde und auf den Einsatzbefehl in östlicher Richtung wartete; dies war seine letzte Nachricht.
Umfangreiche Suchmeldungen der Eltern nach Kriegsende führten zu keiner weiteren Aufklärung.
Im April 2004 erhielt Heinz Dohmen eine Mitteilung des Deutschen Roten Kreuzes, dass auf Grund der FamilienSuchmeldung aus den 50er Jahren das Schicksal des Verschollenen nun aufgeklärt werden konnte. Eine Sterbefallanzeige war dem Schreiben beigefügt. Als Todestag war der Zeitraum Mitte bis Ende März 1945 bei Kuhbrücke in der Provinz Brandenburg angegeben.
Weiterer Schriftverkehr mit den zuständigen Behörden gab genaue Auskünfte: Am 9. September 2002, es wäre sein 77. Geburtstag gewesen, konnte ein Bestatter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge die Überreste von Ernst Dohmen aus einem Feldgrab am Oderdamm bergen und auf den Soldatenfriedhof in Lietzen überführen.
In der letzten Oktoberwoche dieses Jahres besuchten Bruder und Schwester des Verstorbenen mit ihren Ehepartnern den Friedhof und auch den Fundort am Oderdamm. Ein Mitarbeiter des Volksbundes begleitete sie. Dank der umfangreichen Arbeit des VDK ist der Friedhof in einem gepflegten und guten Zustand, ein beruhigendes Gefühl für die Angehörigen.
Hans Rohrbach

 
Heinrich Hildebrand

Heinrich Hildebrand hat ihn gerade noch fertig bekommen: Den vierten und letzten Band seiner Wanheimer Heimat-geschichte.
Nach seiner Pensionierung hat Heinrich Hildebrand 1987 mit der Erforschung der Heimatgeschichte begonnen. Schnell türmte sich vor ihm ein Berg von alten Belegen und Unterlagen auf. In drei Bänden mit insgesamt über 1300 Seiten brachte er eine umfassende Darstellung der Wanheimer Geschichte heraus.

Einen eigenen vierten Band sah er vor für die Geschichte Schule und der beiden Wanheimer Kirchen. Mit dem Gefühl, dass die Kraft irgendwann einmal aufgezehrt sein könnte, arbeitete er sich unermüdlich voran. Noch vom Krankenbett aus gab er letzte Anweisungen für die Fertigstellung, bis sein treuer Mitarbeiter Wilfried Hucks ihm schließlich sagen konnte: "Es ist vollbracht. Der Band ist in Druck."
Heinrich Hildebrand hat damit sein Lebenswerk vollendet. Er ist am 2. November gestorben und sechs Tage später unter großer Anteilnahme der Gemeinde beigesetzt worden. Der gesamte Stadtteil ist ihm zu großem Dank verpflichtet.
Am Dienstag, den 14. Dezember, wird das Buch um 19 Uhr im Bürgertreff der Öffentlichkeit vorgestellt. Es ist dann bei Wilfried Hucks und in der Buchhandlung "Was ihr wollt" in Buchholz zum Preis von 20 € erhältlich.

 
Tilla Kaufmann Alt werden kann schön sein

Ungefähr fünfhundertfünfzig Personen in der Gemeinde Wanheim sind siebzig Jahre und älter. Eine ist am 1. Mai hundert geworden: Tilla Kaufmann. In bester Stimmung und guter Verfassung nahm sie die Glückwünsche der zahlreichen Gratulanten entgegen.

Der Männergesangverein Thyssen-Wanheim brachte ihr ein Geburtstagsständchen dar. Auch die Mitbewohner und Pflegerinnen im Christopherusheim hatten ihre Freude daran. Es ist nicht auszuschließen, dass Tilla beim nächsten Wanheimer Volksfest wieder dabei ist und sogar ein Tänzchen riskiert. Den Segen der Wanheimer hat sie.