Kircheneintritt leicht gemacht
     

Einfacher geht es nicht: Beim Pfarrer anrufen (702988), einen Termin ausmachen, dort ein Formular ausfüllen und schon wird man per Handschlag in die Evangelische Kirche aufgenommen. Eine vorherige Glaubensprüfung findet nicht statt. Wer eintreten möchte, ist herzlich willkommen. Die Taufe muss nicht wiederholt werden; denn ein Austritt aus der Kirche macht die Taufe nicht ungültig. Das bei der Taufe gegebene göttliche Versprechen gilt lebenslang: "Ich bin bei euch alle Tage".

Wer nicht getauft ist, kann durch die Taufe Mitglied der Kirche werden. Auch hier genügt ein Anruf beim Pfarrer, bei dem ein Termin für ein Gespräch ausgemacht wird. Die Taufe findet dann in einem Gemeindegottesdienst statt.

Wenn man nicht etwas anderes beantragt, gehört man zu der Gemeinde, in der man wohnt. Damit ist man gleichzeitig Mitglied in der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Evangelischen Kirche in Deutschland und gehört zur weltweiten Gemeinschaft aller Christinnen und Christen.


Und was kostet das?
Der Eintritt ist selbstverständlich kostenlos. Aber die Solidarität mit Arbeitslosen, Schwangerenberatung, Schuldnerberatung, Seniorenbetreuung, Kindertages-stätten und Jugendheimen, Musik und Kultur - all das kostet Geld. All das gehört zum Angebot der Kirche für eine menschenfreundliche Gesellschaft. Und nicht zuletzt die Gottesdienste: für Kinder, für Familien, bei Taufen, bei Hochzeiten, bei Beerdigungen.
Menschen in Gemeinde, Diakonie und vielen weiteren Diensten. Und das kostet auch eine Menge. Für ihren vielen Dienste braucht die Kirche aktive Mitglieder und Geld.
Als Mitglied der Kirche zahlt man Kirchensteuer, sofern man Lohn- oder Einkommensteuer zahlt. Die Kirchensteuer beträgt neun Prozent der Lohn- bzw. Einkommensteuer.

Rechte der Kirchenmitgliedschaft
Wer Mitglied der Kirche ist, kann
  • die vielfachen Angebote von der Jugend-, Erwachsenen- und Senioren- bis zur Bildungs- und Kulturarbeit nutzen.
  • ohne schlechtes Gewissen am Gottesdienst und am Abendmahl teilnehmen.
  • Patin oder Pate werden.
  • seelsorgliche Begleitung sowie die kirchlichen Amtshandlungen wie Trauung und Beerdigung in Anspruch nehmen.
  • sich in vielfältiger Weise ehrenamtlich engagieren.
  • an Presbyteriumswahlen und Gemeindeversammlungen teilnehmen.

Wer Mitglied der Kirche ist, leistet damit einen persönlichen Beitrag, die Gesellschaft sozialer, menschlicher und gerechter zu gestalten. Denn für all diese Werte steht die Kirche.

 



Wenn es die Kirche nicht gäbe -
keine Taufe, keine Konfirmation,
kein Vaterunser am Grab,
kein Sonntag, nur Werktage,
kein Gottesdienst,
keine Adresse für Nächstenliebe
keine Anlaufstelle für Penner,
keine Pastorin, kein Pastor,
die Bibel vergessen,
jeder mit seinem Glauben allein ...

 

Pfarrer Friedrich Brand
Im Heckdahl 12
47249 Duisburg

Telefon: 70 29 88

     
Werner Prost: Warum ich evangelisch geworden bin    

Die Konfessionsfrage blieb für mich viele Jahre eine Frage zwischen Kirche für den Bauch (katholisch) und Kirche für den Kopf (evangelisch). Obwohl ich mich zu den kopfgesteuerten Menschen zähle, lehne ich dies für die Religion ab, da dieses Empfinden letztlich den Verstand überfordert.
1992 zog ich mit meiner evangelischen Familie nach Wanheim-Angerhausen. Hier lernte ich zunächst, dass Glaubwürdigkeit von Kirche nicht in großen Gotteshäusern erwächst, wo man die Herrlichkeit Gottes bewundern kann, sondern aus den einfachsten Mitteln des Miteinander. Damals habe ich in der Bretterbude des alten Gemeindehauses Beim Knevelshof so Kirche neu erfahren. Seither fühle ich mich angenommen in der Wanheimer Kirche, obwohl ich katholisch blieb. Diese Toleranz ohne jeden Ansatz zur "Missionierung" empfand ich als außergewöhnlich. Mein Austritt aus der katholischen Kirche ist kein Austritt aus Enttäuschung und hat nichts mit aktuellen Problemen dieser Kirche zu tun. Ich habe mich entfremdet von der katholischen Kirche und dem, was dort bedeutend ist: Kommunion und Beichte. Der Austritt war der notwendige Schritt, um ganz dort zu sein, wo ich mich in der Kirche zuhause fühle: in der evangelische Gemeinde Wanheim. Entscheidend war also nicht Kirche für den "Bauch" oder Kirche für den "Kopf" sondern Kirche für den "Menschen", für mich.

17.04.2009 Werner Prost