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| Grafik von Mireille Samir |
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Zu Pfingsten in Jerusalem, da ist etwas geschehn. Die Jünger
reden ohne Angst, und jeder kann´s verstehn.
So beginn ein neueres Pfingstlied, das mit einem Satz die Wirkung des
Pfingstgeschehens zusammenfasst: Die Jünger, die sich nach Jesu Tod
vor Angst verkrochen haben, kommen heraus aus ihrem Versteckt. Alle Angst
ist von ihnen abgefallen. Sie fangen an, wildfremden Menschen zu erzählen
von dem, was sie mit Jesus erlebt haben, und von dem größten
Wunder, das Gott getan hat: Er hat Jesus von den Toten aufgeweckt. Kein
Mensch muss jetzt mehr den Tod fürchten.
So begeistert redeten die Jünger von ihren Erfahrungen mit Gott,
die sie durch Jesus gemacht hatten, dass viele Menschen sich davon anstecken
ließen. "Was sollen wir tun?", fragten sie. "Lasst
euch taufen, schließt euch der Jesusbewegung an", antworteten
die Jünger. Viele ließen sich taufen. So ist jenes Pfingsten
in Jerusalem die Geburtsstunde der Kirche und jedes Pfingstfest ein neuer
Geburtstag.
Aber was war eigentlich passiert, was hatte die Jünger so mutig gemacht?
Die Apostelgeschichte erzählt:
Als das Pfingstfest kam, waren wieder alle, die zu Jesus hielten, versammelt.
Plötzlich gab es ein mächtiges Rauschen, wie wenn ein Sturm
vom Himmel herab weht. Das Rauschen erfüllte das ganze Haus, in dem
sie waren. Dann sahen sie etwas wie Feuer, das sich zerteilte, und auf
jeden ließ sich eine Flammenzunge nieder. Alle wurden vom Geist
Gottes erfüllt.
Der Heilige Geist ist in die Jünger hineingefahren. Seitdem ist
er überall in der Welt unterwegs, um Menschen zu bewegen, von Jesus
zu reden und in seinem Sinn zu handeln.
Die zweitausend Jahre alte Nachricht von der Liebe Gottes, wie sie in
Jesus sichtbar geworden ist, immer wieder neu sagen, das ist die Aufgabe
der Kirche. Eine schöne Aufgabe, die auch heute noch manchmal Freude
und Begeisterung auslöst. Eine Aufgabe, die auch mit Arbeit verbunden
ist.
Davon zeugt das Pfingstfenster in der Wanheimer Kirche. Die angedeuteten
Zahnräder unter
dem strahlenden Kreuz weisen darauf hin, dass der Heilige Geist Menschen
an die Arbeit bringt. Er ermutigt sie, in alle Welt hinauszugehen und
andere Menschen für die Sache Jesu zu werben. Worum es dabei geht,
das kann jeder verstehen: Nächstenliebe üben, mithelfen, dass
in Stadt und Land gerechte und friedliche Verhältnisse geschaffen
werden.
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Am 18. Mai begingen die Christen den Sonntag "Trinitatis",
auch "Dreieinigkeitssonntag" genannt. In dem lateinischen Ursprungswort
verbergen sich die Worte "drei" und "Einheit". Gemeint
ist die Einheit Gottes, der uns Menschen in drei unterschiedlichen Weisen
begegnet:
Als Schöpfer der Welt und Vater von allem, was geschaffen ist; als
Sohn, der Gottes Willen auf der Erde in vollkommener Weise verkörpert
hat; als Heiliger Geist, mit dem Gott in der Welt wirkt und gegenwärtig
ist, wo "zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind".
Der Trinitatissonntag setzt gleichsam den dogmatischen Schlusspunkt unter
die drei Hauptfeste der Christen: Weihnachten (Fest des Vaters, der seinen
Sohn zur Welt kommen lässt); Ostern (Fest des Sohnes, der von den Toten
aufersteht); Pfingsten (Fest des Heiligen Geistes, der die Jünger und
Jüngerinnen Jesu begeistert und ermutigt, im Sinne Jesu zu handeln
und sein Werk zu verkündigen).
Nach dem Trinitatissonntag sind alle folgenden Sonntage im Kirchenjahr
benannt. In diesem Jahr wird es, da Ostern so früh lag, alle 24 Sonntage
nach Trinitatis geben. Sonst endet die Reihe oft schon mit dem 20. Sonntag
nach Trinitatis. Inhaltlich entfalten die Sonntage vom späten Frühjahr
bis zum Herbst das Evangelium auf vielfältige Weise.
Hauptthema ist das Geschenk neuen, österlichen Lebens.
Einige Sonntage haben mit der Zeit eine feste Bestimmung bekommen. So
wird der 10. Sonntag nach Trinitatis als "Israelsonntag" begangen
und der 14. Sonntag als "Miriamsonntag". Am letzten Trinitatissonntag
feiert die Gemeinde Wanheim in der Regel die Gold- und Jubiläumskonfirmation.
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Das Lied von Matthias Claudius gehört zum Erntedankfest wie "O
du fröhliche" zu Weihnachten:
"Wir pflügen, und wir streuen den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm dankt und hofft auf ihn."
Erntedank wird nach einem Erlass des preußischen Königs im
Jahr 1773 am Sonntag nach Michaelis, gefeiert. Der Tag des Erzengels Michael
ist der 29. September. Erntedank ist folglich in diesem Jahr am 5. Oktober.
In Weinanbaugebieten, wie etwa den Moselgemeinden, kann das Fest auch
in der Zeit nach der Weinlese im November gefeiert werden.
An dem jeweiligen Herbstsonntag danken Christen Gott für die Ernte,
für Familie und Freunde, die Heimat und ein Dach über dem Kopf.
Mit Bibeltexten, Liedern, Gebeten und Spielszenen erinnern Gemeinden daran,
dass die Welt und alles Leben eine Gabe des Schöpfers ist.
Zum Brauchtum des Festes gehört oft der aus Ähren geflochtene
Erntekranz, der den Kreislauf der Natur symbolisiert. Weil diese Segensfülle
nicht selbstverständlich ist, wird beim Erntedankfest auch an die
gedacht, die Mangel und Hunger erleiden müssen. Bisweilen werden
die Erntegaben vom Altar nach dem Gottesdienst an Bedürftige verteilt.
Der Ursprung des Erntedankfestes reicht bis weit in die vorchristliche
Zeit. In Mittel- und Nordeuropa wurde Erntedank zur Herbst-Tagundnachtgleiche
(23. September) mit einem Dankopfer gefeiert. Im Judentum wird bis heute
Schawuot, das Wochenfest, nach Beginn der Ernte gefeiert und Sukkot, das
Laubhüttenfest, im Herbst am Ende der Lese.
In der Gemeinde Wanheim bereitet der Kindergarten den Gottesdienst am
5. Oktober mit vor. Er beginnt um 10 Uhr im Gemeindehaus Beim Knevelshof.
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Orte, an denen die Trauer ihren Platz haben darf, sind für den Trauerprozess
wesentlich, sagt Kristiane Voll, Pfarrerin und Trauerbegleiterin. Ihre
Beobachtungen sind hier in leicht gekürzter und veränderter
Form wiedergegeben:
Die Bestattungskultur ist im Wandel. Diese Tendenz betrifft unter anderem
die Bestattungsart: Feuerbestattungen und die alternative Beisetzung von
Urnen beispielsweise in Friedwäldern haben stark zugenommen. Die
Zahl der anonymen Bestattungen nimmt zu, gerade in den Großstädten.
Viele können sich keine Bestattung mehr leisten, andere wollen ihren
Angehörigen nicht zu Last fallen.
Das ist eine bedauerliche und oft wenig hilfreiche Entwicklung. In der
Regel fällt es Menschen leichter, an konkreten Orten Abschied zu
nehmen und Trauerwege zu begehen. Bei anonymen Bestattungen entfällt
das fast nahezu. Angehörige laufen dann leicht in ihrem Suchen nach
dem verstorbenen Menschen und nach den eigenen, neuen Wegen in die Leere.
Das beschwert. Die Kirche steuert dem entgegen, indem sie anonyme Bestattungen
auf gemeindeeigenen Friedhöfen nicht zulässt. Um Angehörige
nicht mit der Grabpflege zu belasten, gibt es Rasengrabflächen und
Urnenstelen. Jedes Grab ist mit einer Steinplatte versehen, in die Name,
Geburts- und Sterbejahr des Verstorbenen eingraviert sind. Gottes Wort:
"Ich habe dich bei deinem Namen gerufen" ist Grund dafür,
dass auf kirchlichen Friedhöfen niemand anonym beerdigt wird. Und:
Leben braucht Erinnerung.
Warum ist ein Ort der Trauer wichtig?
Trauer ist ein Prozess: ein sich voran und manchmal auch ein sich zurück
Bewegen. Für den Weg, der begangen wird, gibt es Hilfreiches. Dazu
gehören für die meisten Menschen konkrete Orte, an denen die
Trauer ihren Platz haben darf. Man kann diese Orte besuchen, oft ist es
das Grab, aber man kann auch weggehen und andere Orte des Lebens aufsuchen.
Dieses Pendeln zwischen Trauer-Orten und Lebensräumen ist wesentlich
für eine gelingende Trauer. die dem Leben dienen will.
Kristiane Voll ist Pfarrerin in Remscheid-Lüttrighausen, ausgebildete
Trauerbegleiterin und engagiert bei www.trauernetz.de,
einem Online-Beratungsangebot der evangelischen Kirche; sehr empfehlenswert
und tröstlich.
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